Q&A

Was ist das Zentrum Johannes Paul II.?

Das ZJPII ist eine

– röm-kath. Gemeinde in der Erzdiözese Wien (lt. APG2.1, Diözesaner Entwicklungsprozess),
– Gemeinde innerhalb des Entwicklungsraumes Wien Donaukanal im Herzen Wiens (in Wien gibt es 140 solche Entwicklungsräume) und der Pfarre Sankt Othmar im 3. Bezirk.
Das ZJPII ist also keine Pfarre, sondern eine Gemeinde, die sich in einem Entwicklungsraum befindet und mit der Pfarre vor Ort zusammenarbeitet, aber keine Teilgemeinde der Pfarre ist, sondern eine Gemeinde „jenseits von territorialen Ordnungen“ (siehe Hirtenbrief apg Schwerpunkt 3 & 4).

– von einem kirchlichen Ort gegründete Gemeinde, das heißt, unter der Verantwortung der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi und der Apostolatsbewegung Regnum Christi (die LC sind seit 2019 Teil der vom Heiligen Stuhl approbierten RC-Föderation, also wo die LC sind, da ist auch das RC).

Warum existiert das Zentrum?

Das Zentrum will fernstehende Menschen für den Glauben an Christus begeistern, sie zu missionarischer Jüngerschaft befähigen und anderen Gemeinden helfen, dasselbe zu tun. „Forming apostles to transform the world.“

Auf der Homepage der Erzdiözese Wien wird das Ziel des Diözesanentwicklungsprozesses Apg2.1 folgendermaßen beschrieben: „Ziel ist es, mehr Menschen für Christus zu begeistern. Daher wird der inhaltliche Fokus auf Jüngerschaft und Mission gelegt, sowie auf eine neue Struktur der Pfarren und Dienststellen.“

Es geht also um Jüngerschaft und Mission sowie Strukturen, die diese Jüngerschaft und Mission ermöglichen und unterstützen. Genau diese drei Aspekte des Diözesanprozesses greifen wir auf. Wir wollen Fernstehende Menschen auf einen Weg der Jüngerschaft einladen, sie darin befähigen, sodass sie selbst – um mit Papst Franziskus in seinem Grundsatzdokument (Evangelii Gaudium) zu sprechen –  „missionarische Jünger“ werden. Mit „Jüngerschaft“ meinen wir das Bemühen, die frohe Botschaft von Jesus Christus im eigenen Leben umzusetzen – und zwar in 5 Bereichen:

  • in der Beziehung zu Gott
  • im Leben von Gemeinschaft
  • in der Weiterbildung im Glauben
  • im Dienst am Nächsten
  • in der Weitergabe des Glaubens.

Mit „missionarischer Jüngerschaft“ greifen wir einen Grundgedanken von Papst Franziskus auf, dass Jüngerschaft immer „missionarisch“ ist indem Sinn, dass das Bemühen, die frohe Botschaft im eigenen Leben umzusetzen, auch immer mit sich bringt, „Licht der Welt und Salz der Erde“ zu sein, freudiges Zeugnis vom eigenen Glauben zu geben und andere zu befähigen, dasselbe zu tun.

Wir wollen unsere Strukturen als Gemeinde so aufstellen, dass sowohl Jüngerschaft als auch Mission möglich sind und durch diese Strukturen gefördert werden. Papst Franziskus trennt die beiden Begriffe Jüngerschaft und Mission nicht, weil jeder Jünger früher oder später auch „missionarisch“ wird. Das heißt, die Begeisterung für Christus wird ansteckend. Franziskus hat das vor Augen, als er sein Grundsatzdokument über die Mission „von der Freude des Evangeliums“ nannte, da es darum geht, eine Freude mit anderen zu teilen, die einem selbst geschenkt wurde.

Was macht das Zentrum konkret und will das Zentrum erreichen?

Wir machen uns den Auftrag Jesu: „Geht hinaus in die ganze Welt und macht Jünger“, den sich der Diözesanentwicklungsprozess Apg 2,1 zu eigen gemacht hat, selbst zu eigen. Wir möchten Menschen für diesen Weg mit Jesus begeistern. Aber wir wissen auch, dass wir das nicht selbst bewirken können. Weil wir glauben, dass Gott es ist, der die Herzen berührt. Und wir aber auch immer wieder erfahren, dass genau das geschieht. Gott verändert, nicht wir. Jesus Christus ist Zentrum, Maßstab und Vorbild.

Das ZJPII ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs, des Gebets und der Glaubensvertiefung. Wer auch immer kommt, ist willkommen, weil Gott bedingungslos liebt. Das ZJPII schafft einen Rahmen, in dem ein Weg der Jüngerschaft ermöglicht wird. Wie geschieht das praktisch?

Wir verweilen bei Gott in der Anbetung. Das Gebet ist Fundament und Kraftquelle für unsere Dienste. Wir sind eine betende Gemeinde und organisieren 24/1- und 24/7-Anbetungszeiten. Eines Tages wollen wir durchgehend anbeten, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr. Es geht aber nicht nur um die Anbetung, sondern um eine Kultur, in der Gebet allgemein sehr wichtig ist und das Fundament von allem ist, was wir tun.

Wir verstehen uns als „Mitmachkirche“ und fördern eine Kultur der Leiterschaft und Übernahme von Verantwortung. Das geschieht zum Beispiel in unseren Dienstbereichen wie die „Musik Ministry“, „Technik Ministry“ „Kids Mnistry“ oder in den sogenannten „Service Teams“, die die Messen am Wochenende und das Drumherum organisieren, oder in der Produktion von Podcasts, oder auch in Dienstbereichen wie „Liebe Leben“.

Wir wollen an den Wochenenden einen Rahmen schaffen für jene, die Jesus Christus nicht kennen – vor allem mit der BeFree-Messe am Samstagabend, der Familienmesse am Sonntag und der Young Professionals Messe am Sonntagabend.

Wir suchen neue Wege, um den Glauben präsent zu machen – in einer Gesellschaft, die, wie es scheint, den Glauben nicht mehr braucht. Zum Beispiel durch „Shut up – it´s Christmas!“ Alphakurse, oder zum Beispiel „Adventure & Faith“.

Wir verwenden viel Zeit für seelsorgliche, geistliche Begleitung für Einzelne, Kleingruppen und Familien, die Pastoral in unserer Gemeinde. Die Priester des ZJPII. nehmen sich viel Zeit für die Menschen. Aber nicht nur die Priester. Wir versuchen eine Kultur der Befähigung zu fördern, worin jemand, der in einem Dienstbereich Verantwortung trägt, schaut, wie er in einzelne Menschen investieren kann und sie dabei unterstützt, eine bessere Version ihrer selbst zu werden.

Wir arbeiten in Kleingruppen, um Freundschaften aufzubauen. Dort versuchen wir, alle Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Das soll ihnen helfen, eine Gotteserfahrung zu machen, weil Gott so ist: Er erwartet nichts und stellt keine Bedingungen. In diesen Gruppen soll jeder seine Talente und Begabungen entdecken und einbringen können – und dann auch Mitverantwortung übernehmen.

Wie macht das Zentrum das?

Wir versuchen, alle Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Das soll ihnen helfen, eine Gotteserfahrung zu machen, weil Gott so ist: Strukturen und unterschiedliche Programme sollen den Menschen dienen. Leider kann es leicht geschehen, dass in Organisationen die Strukturen sich verselbstständigen und nicht mehr den Menschen, sondern dem Erhalt von Strukturen dienen. Um dies zu vermeiden, arbeiten wir proaktiv an der Gestaltung unserer Kultur.
Die Kultur ist geprägt von vier Kernwerten: Offenheit, Befähigung, Eifer (Engagement) und Dienst.
In Kleingruppen begleiten Menschen einander, dort kann jeder seine Talente und Begabungen entdecken und einbringen, sich inspirieren lassen, den Glauben teilen und wachsen – und dann auch Mitverantwortung übernehmen.

Was ist die Strategie des Zentrums?

Es geht hier nicht so sehr um eine Strategie, sondern um die Frage, „was müssen wir tun, um fruchtbar sein zu können?“ Wir glauben, dass wir mit dem Fokus auf folgende fünf Bereiche ein Fundament legen, um fruchtbar sein zu können:

1. Eine starke Kultur des Gebets fördern. Das Gebet ist Fundament und Kraftquelle für unsere Dienste.

2. Räume für zweckfreie Beziehungen schaffen. Gott ist Beziehung: Wir wollen Beziehungen leben, die ehrlich und gesund, also absichtslos sind. Gott liebt jeden, so wie er ist. Das ist Voraussetzung für jegliches Wachstum im Glaubensleben und zugleich der Raum, wo dieses stattfinden kann.

3. Ausrichtung auf Mission: Jeder Getaufte ist Mission. Die Sendung ist und war immer Identität der Kirche. Unsere Kirche ist von ihrem Wesen her missionarisch. Jeder getaufte Christ hat Anteil an der Sendung Christi, das rufen uns alle Päpste der jüngeren Zeit, von Paul VI. bis Franziskus, in Erinnerung. Es geht darum, Zeugnis von der Freude des Evangeliums zu geben und anderen die Möglichkeit anzubieten, etwas von dieser Freude kennenzulernen.
Papst Franziskus sagt: „Wenn wir die Macht der Liebe Gottes erfahren, wenn wir seine väterliche Gegenwart in unserem persönlichen und gemeinschaftlichen Leben erkennen, dann können wir nicht anders, als zu verkünden und weiterzugeben, was wir gesehen und gehört haben.“  Jedes Mitglied der Kirche ist also auch missionarischer Jünger, schreibt er in Evangelii Gaudium: Jeder Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung. […] Die neue Evangelisierung muss ein neues Verständnis der tragenden Rolle eines jeden Getauften einschließen. Diese Überzeugung wird zu einem unmittelbaren Aufruf an jeden Christen, dass niemand von seinem Einsatz in der Evangelisierung ablasse; wenn einer nämlich wirklich die ihn rettende Liebe Gottes erfahren hat, braucht er nicht viel Vorbereitungszeit, um sich aufzumachen und sie zu verkündigen; (…) Und wir, worauf warten wir?“ (EG 120)

Wie geschieht das bei uns praktisch? Vor allem dadurch, dass wir Orte schaffen, wo wir Fernstehende einladen können, eine Erfahrung zu machen –  zuallererst das „Wochenende“ (hl. Messen und das Drumherum), aber auch Alpha & andere Programme wie Adventure & Faith.

4. Einen klaren Weg der Jüngerschaft ermöglichen. Wir wollen Jesus Christus nachfolgen und seine Jünger sein – also Christus bezeugen, seine Liebe weitergeben, erst mal aber Raum für sein Wirken im eigenen Leben ermöglichen. Für uns heißt das konkret, einen Wachstumsweg in fünf Bereichen anzustreben und zu begleiten: Gebet, Gemeinschaft, Weiterbildung, Dienst am Nächsten und Weitergabe des Glaubens.

Jesus versammelt Menschen um sich, bildet sie aus, lehrt sie, prägt sie, bildet und lebt Gemeinschaft, sendet sie aus. Jüngerschaft beginnt also dort, wo man Jesus Christus begegnet.

Als Antwort auf die derzeitigen Herausforderungen der Kirche wünscht Papst Franziskus eine neue Evangelisierung als einen Weg der Jüngerschaft in Antwort auf die Liebe zu dem, der uns zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4,19); einen Weg also, der einen Glauben ermöglicht, der mit Freude gelebt, erfahren, gefeiert und bezeugt wird. „Die Evangelisierung führt uns dazu, die Freude am Evangelium wiederzugewinnen, die Freude, Christen zu sein.“

5. Unterstützen von anderen (Pfarr- oder Teil-)Gemeinden. Wir verstehen uns als aktiver Teil der Kirche vor Ort. Wir bringen unseren kleinen Beitrag ein, wie die Zukunft der Kirche gestaltet werden kann. Weil die alten Rezepte nicht mehr funktionieren. Zeugnis geben zu können und andere Gemeinden in ihrem Wirken unterstützen zu dürfen, ist etwas, was in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist und worauf wir auch weiterhin einen Schwerpunkt legen.

Warum zieht das Zentrum um?

Weil wir derzeit nicht mehr genügend Platz haben, um eine pastorale Tätigkeit auszuüben, die den pastoralen Grundbedürfnissen der Gemeinde entgegenkommt. Darunter leidet derzeit einiges, vor allem unsere Kinder- und Jugendpastoral. Außerdem, wenn wir das Wachstum der letzten Jahre anschauen, glauben wir die Hoffnung haben zu dürfen, dass in Zukunft noch mehr Menschen hierherkommen und wir sie erreichen können, gerade auch jene, die den Zugang zur Kirche verloren haben oder nie hatten, dass wir mit mehr und größeren Räumen eine bessere Willkommensatmosphäre und ein nach Gruppen besser abgestimmtes Programm schaffen können
Der, der die Hoffnung ausfüllt, ist Gott. Wir legen alles in seine Hand.

Wie groß ist das Zentrum? Wie viele Menschen nehmen teil?

Rund 90 Personen tragen (zentrale) Verantwortung, 30 davon haben eine Leitungsrolle (zum Beispiel als Leiter einer Kleingruppe). Das Leitungsteam des Zentrums besteht aus 5 Mitgliedern.
Bis zu 200 Menschen feiern pro Wochenende die hl. Messen mit.
Insgesamt zählt die Zentrumsgemeinde geschätzte 350 Personen (es gibt aber keine genauen Aufzeichnungen bzw. Mitgliedslisten).

Warum der 2. Bezirk, eine eher teure Lage? Wäre es nicht anderswo billiger gewesen?

Wir wollten auf alle Fälle in der Nähe unseres Standortes in der Innenstadt bleiben, sodass die Gemeinde „mitziehen“ und in ihrer Gesamtheit und Struktur bestehen bleiben kann. Wir wollen weiter aufbauen – an einem Standort in einem der äußeren Bezirke hätten wir vielleicht mit einer Splittergruppe (neu) beginnen müssen.

Was hält die Erzdiözese Wien davon?

Die Erzdiözese hat uns in jeder Phase ermutigt. Es gibt seit vielen Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit. Wir dürfen in unterschiedlichen Projekten mit unterschiedlichen Stabsstellen der Erzdiözese zusammenarbeiten, beispielsweise mit dem Bischofsvikar Dariusz Schutzki, dem Generalvikar Nikolaus Krasa, dem Pastoralamt und der Stabsstelle Apg 2.1.

Wie finanziert das Zentrum Johannes Paul II. das Projekt? Kommen Gelder von der Ordensgemeinschaft?

Ausschließlich aus Spenden, wir müssen das Projekt zur Gänze selbst finanzieren und stemmen, es gibt keinerlei Geld vom Orden. Das Projekt wird nur durch die Großzügigkeit vieler Menschen ermöglicht, die sich mit dem Zentrum und der Ordensgemeinschaft in Österreich verbunden fühlen.