„Ich liebe diesen dicken Optimismus inmitten schwerer Umstände“

Seit September 2020 ist P. Georg Rota LC Priester bei uns im Zentrum Johannes Paul II. Was ihm Optimismus in schweren Zeiten gibt und warum das Zentrum für ihn schon jetzt ein geistliches Zuhause ist verrät er im Interview mit Franz Schöffmann.

Pater Georg, was zieht einen Bayer nach Wien?

Das Masterstudium „Theologische Spezialisierung“ (Master in advanced theological sciences). Das ist spannend, weil ich meine theologische Grundausbildung in Rom absolviert habe und nun viele neue Aspekte der theologischen Welt im deutschen Sprachraum kennenlernen kann. Für spirituelle Theologie interessiere ich mich besonders. Mein Wunsch ist es, während des Studiums spirituelle Wege der geistlichen Erneuerung innerhalb der Kirche aufzuzeigen. Also zum Beispiel die spirituellen Aufbrüche und die Initiativen der Neuevangelisierung des Zentrum Johannes Paul II. innerhalb der Erzdiözese Wien zu vertiefen und erforschen.

Was ist das Zentrum Johannes Paul II. für dich?

Ein Ort, wo man Menschen auf tiefe Weise begegnen kann, ein echtes geistliches Zuhause. Gleichzeitig ist es ein Ort, der nach außen strahlt, durch sehr viele Ideen und Initiativen von jungen Menschen und Familien. Es ist für mich sehr inspirierend, diese Kreativität einer jungen Start-up-Gemeinde zu sehen, die den Menschen Zugänge zu Gott zeigen möchte. Zuletzt hat sich das in der Initiative vor Weihnachten www.2020sucks.at gezeigt. Es ging darum, Menschen durch Musik, Podcasts und kleine Geschenke Hoffnung zu geben.

Du sprichst nach der kurzen Zeit schon von einem neuen geistlichen Zuhause?

Das Zentrum ist ein geistliches Zuhause für viele Menschen – und schneller als gedacht ist es auch meins geworden. Spirituell ist das Zentrum ein echt schöner Ort, einerseits wegen der Gemeinschaft, andererseits weil hier schöne heilige Messen gefeiert werden und Jesus durch die eucharistische Anbetung das Zentrum des Zentrums ist. Besonders gerne bete ich in der Nacht. Irgendwie scheint das Gebet in den stillen Stunden der dunklen Nacht besonders segensreich zu sein. Die Lockdowns sind natürlich ein Dämpfer, vieles darf nur auf Sparflamme brennen. Dennoch gibt es viele Ideen und es blubbert. Kreativität und Dynamik lassen sich auch durch Corona nicht bremsen, und mir scheint es kein Zufall zu sein, dass wir im jüngst begonnen Alphakurs so viele Teilnehmer wie noch nie zuvor haben. Es gibt seit Anfang des Jahres auch eine große Gruppe von Männern und Frauen, die sich zusammen einer 90-Tage-Challenge stellen. Das Programm nennt sich „Exodus 90“ für die Männer und „Fiat“ für die Damen. Ich liebe diesen dicken Optimismus inmitten der schweren Umstände. Das beflügelt mich und gibt mir schon immer sehr viel Hoffnung, auch in herausfordernden Momenten wie zum Beispiel nach dem Terroranschlag im vergangenen November.